Heimatpflegertag im Landratsamt Traunstein stärkt Vernetzung und Facharbeit

Rund 30 Ortsheimatpfleger, Heimatforscher und Archivare folgten der Einladung der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie des Sachgebiets Kultur und Heimatpflege des Landratsamts Traunstein zum ersten Heimatpflegertag. Das Netzwerktreffen im Casino des Landratsamtes bildete den Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe, die die überwiegend ehrenamtlich Engagierten bei ihren wichtigen Aufgaben unterstützen soll – etwa beim Erhalt des Ortsbildes sowie der Bau- und Bodendenkmäler der Region.

Die Vertreter der beteiligten Sachgebiete stellten die Beratungs- und Förderangebote des Landratsamts im Bereich Denkmalschutz und Heimatpflege vor. Kreisbaumeisterin Heidi Wohlmayer erläuterte den Ablauf von Bauvorhaben im Denkmalbereich und warb für eine frühzeitige Abstimmung zwischen Bauherrn und Denkmalschutz, um Fördermöglichkeiten optimal ausschöpfen zu können.

Die Archäologin Dr. Martina Pauli, Referentin für Bodendenkmalpflege am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, zeigte sich „sehr angetan, wie hoch die Baukultur und Heimatpflege im Landkreis Traunstein angesiedelt ist“. In ihrem Gastvortrag ging sie zunächst auf die wichtigsten Neuerungen im Denkmalschutzgesetz ein: So geht das Eigentum an Bodendenkmalfunden seit Kurzem mit der Entdeckung an den Freistaat über. Gleichzeitig bestehen Möglichkeiten für Ausgleichszahlungen sowie – insbesondere für die Heimatpfleger von Interesse – für einen Eigentumsübertrag auf die Gemeinden. Im zweiten Teil ihres Vortrags gab sie anschauliche Einblicke in aktuelle Projekte und verdeutlichte die Bandbreite und Bedeutung der Bodendenkmalpflege für die historische Grundlagenforschung. Spektakuläre Funde wie das mittelalterliche Reihengräberfeld in Tacherting und bronzezeitliche Siedlungsspuren in Aschau zeigen, wie unerwartet Geschichte neu geschrieben werden kann – und wie wichtig eine frühzeitige archäologische Begleitung von Bauvorhaben ist.

Die Vielfalt der Heimatpflege spiegelte sich schließlich in den Arbeitsberichten der Teilnehmer wider: Themen reichten von den Römern in Noricum über die Geschichte der „kleinen Leute“, Infotafeln für Wanderrouten bis hin zu Fragen der Vermittlung und Digitalisierung. Als Beispiel stellte Annemarie Kneissl-Metz aus Übersee verschiedene Ansätze der Ortsbildpflege vor, die auch im übrigen Landkreis Anwendung finden können. Ideen für weitere Heimatpflegertage wurden rasch gesammelt. Das gelungene Treffen klang bei einem gemeinsamen Mittagessen aus.