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Sehenswertes Industriedenkmal

Auch der Torfbahnhof in Rottau steht heuer im Mittelpunkt des „Tags des offenen Denkmals“

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Landkreis Traunstein am europaweiten „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 12. September. Das heuer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgegebene Thema lautet „Kultur in Bewegung“. Dazu sind im Landkreis Traunstein zwei Objekte zur Präsentation vorgesehen: der Torfbahnhof in Rottau in der Gemeinde Grassau und eine Wanderung zu der Wallfahrtskirche St. Wolfgang in der Gemeinde Altenmarkt.

 

Die Präsentation des Torfbahnhofes am Tag des offenen Denkmals ist auch ein Teil der Jubiläumsveranstaltungen „150 Jahre Eisenbahn Rosenheim Salzburg“. In dem 1920 erbauten Torfbahnhof wird auch eine Dokumentation zu diesem Jubiläum gezeigt. Von 10:00 - 16:00 Uhr werden durch den Verein für Industrie- und Technikgeschichte mit seinem Vorsitzenden Claus-Dieter Hotz laufend Führungen und Fahrten mit der Feldbahn angeboten. Ein zentraler Programmpunkt ist um 17:00 Uhr der Vortrag des Eisenbahnspezialisten Hans Daxer zum Thema „Eisenbahn zwischen Inn, Salzach und Alpen“.

Die Geschichte des Torfbahnhofes hängt mit dem verlorenen 1. Weltkrieg, als die Not im Land groß war, zusammen. Der Bevölkerung mangelte es vor allem an preiswertem Brennmaterial. Um dem abzuhelfen, wurde vom Staat im Februar 1920 ein Torfgesetz erlassen, womit der Abbau der in Bayern reichen Torfvorkommen geregelt wurde.

Was lag jetzt näher, als die schon 1895 festgestellten Torflagerstätten des an der Bahn unmittelbar angrenzenden Hochmoores zu nutzen? Von den Landestorfwerken beauftragt arbeitete die Direktion der Bayer. Staatseisenbahnen am 10. Juli 1920 einen Kostenvoranschlag für eine Torfverladestation bei Kilometer 33,6 der Bahnstrecke Rosenheim-Salzburg aus. Im Dezember des gleichen Jahres ging die Torfverladestation in Betrieb. Unter Einsatz von Häftlingen der Strafanstalt Bernau kam der maschinelle Torfabbau auf den ausgedehnten Flächen der Kendlmühlfilzen in Gang.

 

Brenn- und Ballentorf wurde am Torfbahnhof Rottau auf offenen Güterwagen abtransportiert. Die Zu- und Abfuhr der Güterwagen erfolgte als sog. Sperrfahrt auf dem Streckengleis Rosenheim - Salzburg. Das bedeutete für die Dauer eines bestimmten Betriebsvorganges ein Gleis für den Zugverkehr zu sperren. Solange die Zu- bzw. Abfuhr der Waggons zum oder vom Torfbahnhof erfolgte, war deshalb auf diesem Gleisabschnitt kein Zugverkehr erlaubt. Ein solcher den Bahnbetrieb hinderlicher Güterverkehr war Mitte der 60er Jahre nicht mehr vertretbar. Es wurde also Torf über die Straße abtransportiert. Da waren, etwa zehn Jahre später, auch die Zeiten des Brenntorfs längst vorbei. Jetzt ging es nur noch um Gartentorf, der - in Plastiksäcken verpackt - befördert wurde.

Die einstige Endstation für alle Torftransporte ist heute ein herausragendes Industriedenkmal, das mit seinen Gleisanlagen der Normal- und Schmalspur unverändert erhalten ist. Die Anlagen sind Teil des Bayer. Moor- und Torfmuseums.

Torfbahnhof Torfbahnhof 25 Jahre

Landrat Hermann Steinmaßl, Bürgermeister Rudi Jantke, Museumsleiter Claus-Dieter Hotz und Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika würden sich freuen, wenn viele Besucher die Gelegenheit zu einem kostenlosen Informationsbesuch und einer Fahrt mit der originalen Feldbahn des Torfbahnhofes nutzen würden. Anschließend bleibt dem interessierten Besucher noch Zeit, um bei der zweiten Attraktion des Landkreises am „Tag des offenen Denkmals“ 2010 mitzumachen, nämlich eine Wanderung auf alten Wallfahrtswegen von Trostberg zur Wallfahrtskirche St. Wolfgang in der Gemeinde Altenmarkt.

Erinnerungsmartel Fam. Randlinger Frühling Gotische Figuren Peter und Paul im Altar von Kirchberg
Schlupfstein in St. Wolfgang Innenraum St. Wolfgang

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