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Bienenkrankheit erfolgreich bekämpft – Letzte Sperrbezirke im Landkreis aufgehoben

09.08.2018


Im März war in Inzell die Amerikanische Faulbrut in einem Bienenbestand ausgebrochen. Die sofort eingeleiteten Umgebungsuntersuchungen führten zur Bildung von zwei Sperrbezirken im Gemeindegebiet Inzell. Nach erfolgter Sanierung sowie Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bienenstände haben abschließende Untersuchungen keine weiteren Hinweise von Amerikanischer Faulbrut ergeben. Die beiden Sperrbezirke wurden durch das Veterinäramt am Landratsamt Traunstein aufgehoben. Erstmals gibt es seit Oktober 2016 im Landkreis Traunstein keine Sperrbezirke aufgrund der Amerikanischen Faulbrut.


Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine Erkrankung der Honigbienen. Der Erreger wird über die erwachsenen Bienen auf die im Stock vorhandene Brut übertragen und führt letztendlich zu deren Tod. Aber die Faulbrut ist keine Erkrankung, die ein Bienenvolk innerhalb weniger Tage niederringt. Bis zum Absterben des Volkes können nach Infektion oft Jahre vergehen. In dieser Zeit verläuft die Erkrankung ohne Symptome.


Im Herbst 2016 wurden die ersten Krankheitserscheinungen bei Völkern in der Nähe von Traunstein festgestellt. Die im Anschluss durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass mehrere Gebiete um Traunstein und im Achental betroffen waren. Durch Wanderimkerei und Verkauf von unentdeckt infizierten Völkern war es zu einer enormen Ausbreitung gekommen.


Seit Herbst 2016 waren im Landkreis Traunstein 119 Bienenhaltungen mit 941 Bienenvölkern von den Sperrmaßnahmen betroffen. Durch die beiden Bienengesundheitswarte Luise Mitterreiter und Wolfgang Lewald wurden insgesamt über 1500 sogenannte Futterkranzproben in den Bienenvölkern genommen, die am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht wurden. Tierarzt Dr. Wittmann vom Veterinäramt bedankte sich bei den Imkerverbänden sowie allen betroffenen Bienenhaltern für das entgegengebrachte Vertrauen: „Sie haben über die gesamte Zeit unsere Maßnahmen hervorragend unterstützt.“ Um jegliche Gefahren der Weiterverbreitung auszuschließen, wurden zusätzlich mehrere Tonnen Gerätschaften aus infizierten Bienenhaltungen, die sich nicht ausreichend reinigen ließen, auf Kosten des Landratsamtes Traunstein der Müllverbrennung zugeführt.


Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang überleben, können sie auch mit dem Honig transportiert werden. Für Menschen besteht aber keine Gefahr, da die Seuche für sie völlig ungefährlich ist. Auch Honig und Honigprodukte wurden in ihrer Qualität nicht beeinflusst. Bienen wiederrum können die Sporen über den Honig aufnehmen und dadurch ihr Volk gefährden. Untersuchungen zeigten, dass Importhonig in rund 70% der Fälle mit Sporen belastet war. Daher sollten nur gründlich gereinigte Honiggläser entsorgt werden.


Die Bekämpfung der Erreger erfolgt in Deutschland ohne Medikamenteneinsatz. Wurden bis vor kurzem befallene Bienenvölker entfernt, wird mittlerweile in den allermeisten Fällen das sogenannte Kunstschwarmverfahren durchgeführt. Dabei werden die Bienen von ihren befallenen Waben getrennt und in eine neue Behausung umgesetzt, in welcher die Bienen komplett neue Waben ausbauen müssen. Durch diesen Neuanfang gelingt es, das Faulbrut-Bakterium wieder aus dem Bienenvolk zu entfernen.

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