
Beginn der Brutzeit: Wiesenbrüter im Landkreis Traunstein brauchen jetzt besonderen Schutz – Wegegebot beachten und Hunde anleinen!
Mit dem Frühjahr beginnt die Brutzeit vieler Vogelarten, darunter auch der wiesenbrütenden Arten. Der Kiebitz und der Große Brachvogel kehren derzeit in ihre angestammten Brutgebiete zurück. Gerade jetzt sind diese stark gefährdeten Bodenbrüter auf besondere Rücksichtnahme angewiesen. Der Landkreis Traunstein trägt eine besondere Verantwortung für den Erhalt der letzten Wiesenbrüterbestände in Bayern. Zum Schutz dieser Arten wurden per Verordnung Wiesenbrütergebiete in den Staudach-Egerndacher Filzen, im Bergener und Grabenstätter Moos, am Lachsgang sowie in der Schöneggart in Übersee ausgewiesen. Diese wertvollen Niedermoor- und Streuwiesenflächen bieten dank der Arbeit der ortsansässigen Landwirte, die ihre Wiesen erst spät im Jahr mähen, ideale Lebens- und Brutbedingungen für Bodenbrüter. So können die Brutgebiete erhalten bleiben. Zusätzliche finanzielle Unterstützung erfolgt über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm.
Auch Ackerflächen, insbesondere im nördlichen Landkreis, sind bedeutende Brutgebiete für den Kiebitz. In diesem Bereich engagiert sich der Landschaftspflegeverband Traunstein im Rahmen des Projekts „Netzwerke für den Kiebitz“ in engem Austausch mit den Landwirten für den Schutz dieser Art. Zum Schutz der sensiblen Vögel gilt in den ausgewiesenen Wiesenbrütergebieten vom 1. März bis zum 30. Juni ein Wegegebot. Hunde sind dort bis zum 15. August an der kurzen Leine zu führen. Schon kurze Störungen können dazu führen, dass die Altvögel ihre Gelege verlassen oder die Küken schutzlos zurückbleiben. Vor Ort informieren Hinweistafeln über die geltenden Regelungen und die aktuelle Situation. Diese sind unbedingt zu beachten. Das Wegegebot dient nicht der Einschränkung der Erholung, sondern dem Schutz bedrohter Arten.
Der Kiebitz und der Große Brachvogel stehen stellvertretend für viele Arten, deren Lebensräume in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen sind. Der Schutz der verbliebenen Brutgebiete im Landkreis Traunstein ist daher eine gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Naturschutz, Kommunen und Bevölkerung. Durch Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und die Einhaltung der geltenden Regelungen kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass die charakteristischen Rufe des Kiebitzes und das weithin hörbare Flöten des Großen Brachvogels auch künftig unsere Kulturlandschaft prägen. Das Landratsamt Traunstein bittet alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Landkreises herzlich um Unterstützung und dankt für Verständnis und Mithilfe beim Schutz dieser einzigartigen Wiesenbrüter.
Bildunterschrift:
Der Große Brachvogel ist vom Aussterben bedroht. Im Bergner Moos brüten jährlich noch 10 bis 15 Brutpaare. In anderen Wiesenbrütergebieten ist er regelmäßig als Nahrungsgast anzutreffen; einzelne Brutversuche in den vergangenen Jahren blieben jedoch erfolglos. (Foto: Johannes Almer)
