Umwelt & Energie • 26.06.2026

Bootssaison 2026 auf der Alz startet am 1. Juli – Niedriger Wasserstand erschwert Befahrbarkeit erneut deutlich

Am 1. Juli beginnt auf der Alz wieder die jährliche Bootssaison. Das Landratsamt Traunstein weist bereits zum Saisonstart darauf hin, dass Bootsfahrer auch in diesem Jahr mit deutlich erschwerten Bedingungen rechnen müssen. Grund ist der anhaltend niedrige Wasserstand. Die Situation ist mit dem Saisonstart des vergangenen Jahres vergleichbar: Der Chiemsee führt derzeit deutlich weniger Wasser als für gute Befahrungsverhältnisse auf der Alz nötig wäre. Am Pegel Seebruck liegt der Wasserstand aktuell bei etwa 55 Zentimetern. Gute Bedingungen für Bootsfahrten bestehen nach Einschätzung der Fachstellen erst ab etwa 75 Zentimetern. Bootsfahrer müssen sich daher auf der gesamten Oberen Alz, insbesondere jedoch im Abschnitt zwischen Truchtlaching und Altenmarkt, darauf einstellen, ihr Boot streckenweise tragen zu müssen. In einzelnen Bereichen reicht der Wasserstand nicht aus, um das Boot schwimmend fortzubewegen.

Ein besonders kritischer Punkt bleibt der Bereich rund um die Offlinger Insel. Dort haben sich die Strömungsverhältnisse bereits im vergangenen Jahr deutlich verändert. Die bisher empfohlene Passage auf der rechten Seite ist nur über eine Kiesbank hinweg zu erreichen. Ein Übertragen des Bootes kann dort unumgänglich sein. Grundsätzlich gilt: Alle, die auf der Alz unterwegs sind, müssen jederzeit mit schwierigen Strömungsverhältnissen, teils verborgenen Hindernissen knapp unter der Wasseroberfläche sowie umgestürzten Bäumen rechnen. Sicheres Manövrieren, vorausschauendes Verhalten und eine realistische Einschätzung der eigenen Erfahrung sind unerlässlich. Besonders große Aufmerksamkeit erfordert derzeit auch die Passage links um die Offlinger Insel herum. Dort liegt in einem Bereich mit großer Strömungsgeschwindigkeit knapp unter der Wasseroberfläche ein großer Wurzelstock. Er befindet sich zwar in Fließrichtung und bildet damit keine vollständige Barriere, kann für Boote aber dennoch schnell zur Gefahr werden. Aufgrund seiner Lage kann der Wurzelstock vorerst voraussichtlich nicht entfernt werden. Das Landratsamt rät dringend dazu, den unteren Flussabschnitt ausschließlich mit geeigneter Wildwasserausrüstung zu befahren. Bootsfahrer ohne entsprechende Erfahrung und Ausrüstung sollten ihre Fahrt unbedingt in Truchtlaching beenden. Der untere Abschnitt bis zur Laufenau sollte erfahrenen Personen mit entsprechender Ausrüstung vorbehalten bleiben. Das gilt besonders für Familien mit Kindern.

Neben der Sicherheit auf dem Wasser bittet das Landratsamt auch um besondere Rücksichtnahme auf Natur und Anwohner. Die Alz führt durch ökologisch sensible Bereiche. Schutzzonen, Uferbereiche und Schilfgürtel dürfen nicht betreten oder befahren werden. Abfälle sind wieder mitzunehmen, Lärm und laute Musik sind zu vermeiden. Die Befahrung ist nur während der zugelassenen Saison erlaubt. Zudem weist das Landratsamt auf die geltenden Regeln für Drohnen hin. Die Alz und auch der Chiemsee sind Natura-2000-Gebiete, also FFH- und Vogelschutzgebiete. Das Fliegen mit Drohnen in solchen Gebieten ist grundsätzlich verboten. Auf Antrag können im Einzelfall Ausnahmen von der Naturschutzbehörde erteilt werden. Im offiziellen Map-Tool für Drohnenpiloten „dipul“ sind die Grenzen der relevanten geografischen Gebiete veröffentlicht.


Weitere Hinweise zu Verhaltensregeln, Schutzbereichen, Wasserständen und Streckenverlauf stellt die Gemeinde Seeon-Seebruck online unter www.seeon-seebruck.de/auf-der-alz-unterwegs bereit.