Sechs-Punkte-Plan: Alpenlandkreise bündeln Kräfte für wirksameren Waldbrandschutz
Auf Initiative von Landrat Andreas Danzer haben Vertreter mehrerer bayerischer Alpenlandkreise gemeinsam mit Kreisbrandräten und Fachleuten des Katastrophenschutzes im Landratsamt Traunstein einen Sechs-Punkte-Plan zur Verbesserung der Waldbrandbekämpfung erarbeitet. An dem Austausch waren auch Vertreter des Bayerischen Innenministeriums, des Bayerischen Landesamtes für Bevölkerungsschutz und des Bayerischen Landkreistags beteiligt. Die gemeinsam getragenen Vorschläge sollen nun über den Bayerischen Landkreistag sowie auf staatlicher Ebene über das Bayerische Innenministerium in die weitere Bearbeitung eingebracht werden.
„Die Waldbrände dieses Jahres haben gezeigt, dass wir uns im Alpenraum verstärkt auf solche Einsatzlagen einstellen müssen. Wir haben unsere Erfahrungen gebündelt und sechs konkrete Punkte vereinbart. Jetzt gilt es, diese auf Landesebene weiterzuverfolgen“, erklärte Landrat Danzer.
Anlass für den Austausch waren die Wald- und Vegetationsbrände des Jahres 2026. Im Landkreis Traunstein haben insbesondere die Brände am Saurüsselkopf und an der Lackenbergwand sowie der Moorbrand in Übersee die besonderen Anforderungen bei Einsätzen im alpinen und schwer zugänglichen Gelände deutlich gemacht. Dazu zählen unter anderem die Sicherstellung der Löschwasserversorgung und eine leistungsfähige Luftunterstützung. Zugleich erfüllt der Bergwald eine wichtige Schutzfunktion für Siedlungen sowie Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur. Der Sechs-Punkte-Plan baut auf einem fachlichen Vorbereitungsaustausch der Kreisbrandräte und der zuständigen Katastrophenschutzbereiche der beteiligten Landratsämter auf.
Der gemeinsame Sechs-Punkte-Plan umfasst folgende Handlungsfelder:
1. Luftunterstützung und Betankungslogistik sichern: Rahmenverträge mit privaten Hubschrauberunternehmen ermöglichen und geeignete Betankungsstrukturen vorbereiten.
2. Ausstattung für alpine Einsätze verbessern: Leichtere Schutzausrüstung und standardisierte Spezialgeräte vorhalten, gemeinsame Beschaffungen ermöglichen und passende Fördermöglichkeiten schaffen.
3. Waldbrandausbildung ausbauen: Praxisorientierte Lehrgänge für alpine Einsatzlagen anbieten und die Waldbrandbekämpfung stärker in der Modularen Truppausbildung verankern.
4. Löschwasserinfrastruktur und Waldpflege verbessern: Wasserentnahmemöglichkeiten und geeignete Zufahrten ausbauen sowie digitale Waldbrandgefahrenkarten weiterentwickeln.
5. Führung, Lagebild und Alarmierung optimieren: Digitale Systeme stärker vereinheitlichen, die Alarmierung verbessern und klare Schnittstellen zwischen den beteiligten Stellen schaffen.
6. Staatliche Kostenübernahme sicherstellen: Auch unterhalb der Katastrophenfall-Schwelle eine staatliche Kostenübernahme für außergewöhnlich hohe Einsatzkosten, insbesondere für Hubschraubereinsätze, prüfen oder einen staatlichen Waldbrandfonds einrichten. Ziel ist es, kleinere Berggemeinden bei besonderen Einsatzlagen finanziell zu entlasten.
Bildunterschrift: Auf Initiative von Landrat Andreas Danzer (erste Reihe, von rechts Zweiter) haben Vertreter mehrerer bayerischer Alpenlandkreise gemeinsam mit Kreisbrandräten und Fachleuten des Katastrophenschutzes einen Sechs-Punkte-Plan zur Verbesserung der Waldbrandbekämpfung erarbeitet. In der ersten Reihe stehen (von links) Landrat Anton Speer (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), Landrat Dr. Johann Bertl (Landkreis Weilheim-Schongau) und der stellvertretende Landrat Josef Bierschneider (Landkreis Miesbach, rechts neben Landrat Danzer). ©Landratsamt Traunstein