Bildung & Kultur • 10.07.2026

Von Stop‑Motion bis Roboter: Wie Kitas in Traunstein digitale Medien nutzen

Über 30 Erzieherinnen und Erzieher aus 16 Kindertageseinrichtungen des Landkreises Traunstein, darunter drei aus den Nachbarlandkreisen Altötting und Mühldorf, haben erfolgreich an der Kampagne „Startchance kita.digital+Sprache“ teilgenommen und bringen nun zahlreiche Praxisideen in ihre Einrichtungen. Am Donnerstag, den 09.07.2026, erhielten die Pädagoginnen und Pädagogen ihre Zertifikate für die mehrtägige Fortbildung. Zusammen mit dem Partner Q3 macht der Landkreis Traunstein Kinderkrippen und -gärten fit für die digitale Zukunft. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Technik um der Technik willen, sondern das aktive, kreative Tun der Kinder: Medien werden zu Werkzeugen des Entdeckens, Erzählens und gemeinsamen Lernens.

Mittlerweile entstehen in den Kitas unter anderem einfache Filmproduktionen: In einer sogenannten Trickfilmbox bauen die Kinder kleine Szenen auf und fotografieren eine Geschichte in vielen kleinen Schritten. Durch diese Stop‑Motion‑Technik und mithilfe einer kindgerechten App produzieren sie kleine Videos. Außerdem nehmen sie kurze Hörspiele auf oder programmieren kindgerechte Roboter in Tierform, sodass diese einen bestimmten Weg abgehen. Finden Kinder beim Vorlesen ein Tier oder eine Pflanze interessant, recherchieren Fachkräfte gemeinsam mit ihnen mithilfe kindgerechter Suchmaschinen. So erleben Kinder digitale Medien als kreativen Baustein ihres Alltags, der Spiel, Sprache und Forscherdrang zusammenbringt.

„Unsere Kitas sind bereit, sich weiterzuentwickeln, neue Wege auszuprobieren und dabei sehr bewusst pädagogisch zu arbeiten“, hielt Landrat Andreas Danzer fest. „Denn es geht nicht darum, Kinder möglichst früh vor Bildschirmen zu setzen, sondern darum, digitale Medien sinnvoll einzusetzen: kreativ, sicher, sprachanregend und eingebettet in den Alltag der Kita.“
Die Kampagne, gestartet im September 2021, ist ein mehrjähriges Qualifizierungsangebot des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Konzipiert und wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch Fachstellen für Frühpädagogik und Medienkompetenz. Vor Ort werden die Kitas von qualifizierten Mediencoaches begleitet und durch die Onlineplattform KITA HUB Bayern unterstützt. Auf diese Weise erhalten die teilnehmenden Einrichtungen ein praxiserprobtes Konzept, mit dem sie den Bildungsbereich „Digitales“ verbindlich in ihrem Portfolio verankern können.

 

Bildunterschrift:

Die Teilnehmenden der Fortbildung aus den Landkreisen Traunstein, Mühldorf und Altötting zusammen mit den Digitalcoaches, der Kita Fachberatung und Landrat Andreas Danzer – bereit, digitale Projekte wie Trickfilme und Robotik in den Kita‑Alltag zu bringen.